Stadtentwicklung Klagenfurt: Neues Konzept beschlossen – was der Wohnungsmarkt noch nicht weiß

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Stadtentwicklung Klagenfurt: Neues Konzept beschlossen – was der Wohnungsmarkt noch nicht weiß

Klagenfurt hat seine Stadtentwicklung neu geordnet: Der Gemeinderat hat ein überarbeitetes Stadtentwicklungskonzept beschlossen, das die bisherige Fassung aus dem Jahr 2014 ablöst.
Rund drei Jahre lang hat die Stadt gemeinsam mit dem Österreichischen Institut für Raumplanung (ÖIR) daran gearbeitet. Für Käufer, Mieter und Investoren ist damit zunächst vor allem der planerische Rahmen klar, nicht aber, welche Bauprojekte oder Stadtteile konkret davon profitieren.
Das neue Konzept dient künftig als inhaltliche Grundlage für die Ausarbeitung des Örtlichen Entwicklungskonzeptes nach dem Kärntner Raumordnungsgesetz 2021. Erst dieses Folgedokument soll absehbar einzelne Flächenwidmungen und Bauvorhaben konkretisieren. Investitionssummen oder betroffene Stadtteile für den Wohnungsbau nennt die Stadt in ihrer aktuellen Mitteilung nicht.
Wie ist das neue Konzept entstanden?
Die Arbeiten begannen mit der Vergabe an das ÖIR im Jahr 2022. In einem ersten Arbeitspaket evaluierte das Institut Ziele und Grundsätze des alten Konzepts, unter anderem durch Dokumenten- und Datenanalysen sowie Fachabteilungsgespräche und Workshops.
Im zweiten Arbeitspaket wurden die Eckpunkte des neuen Konzepts unter Einbindung wesentlicher Stakeholder erarbeitet. Während der öffentlichen Auflage gingen 16 Anregungen oder Einwendungen ein, bevor der Gemeinderat das Konzept beschloss.
Welche Rolle spielt der Klimaschutz dabei?
Parallel zur Stadtentwicklung hat der Klagenfurter Stadtsenat auch Projekte aus der Smart-City-Klimastrategie vorangetrieben. Ein Monitoringbericht zeigt erstmals einen Rückgang der Emissionen im Verkehrsbereich.
Die Einführung eines 10-Minuten-Takts im öffentlichen Verkehr hat laut dem Monitoringbericht zu einer deutlichen Steigerung der gefahrenen Personenkilometer beigetragen. Die zugrunde liegende Klimastrategie umfasst insgesamt 276 Maßnahmen aus verschiedenen Bereichen. Klagenfurt verfolgt dabei das Ziel, bis 2030 bilanzielle und bis 2040 tatsächliche Klimaneutralität zu erreichen.
Welche Projekte laufen noch parallel?
Neben dem Stadtentwicklungskonzept hat der Stadtsenat zuletzt mehrere Einzelprojekte beschlossen, die Hinweise auf das Investitionsklima in der Stadt geben:
- An der Universität Klagenfurt entsteht bis 2029 das 22nd Century Center, ein dreigeschossiger Neubau mit Hörsälen, Seminarräumen, Büros und Betriebskindergarten, mit Investitionen von rund 91 Millionen Euro.
- Die bestehende Umkehrschleife des öffentlichen Verkehrs an der Universität muss voraussichtlich ab Anfang 2027 verlegt werden, eine neue Busschleife soll beim Vorstufengebäude entstehen.
- Das Klagenfurt Festival, das seit 2019 besteht, soll von 2027 bis 2029 jährlich mit 100.000 Euro unterstützt werden.
- Private Betreiber von Kindergarten- und Hortgruppen erhalten städtische Förderungen in Höhe von rund 717.000 Euro.
Was bedeutet das für den Wohnungsmarkt?
Für Käufer, Mieter und Investoren liefert das neue Stadtentwicklungskonzept vor allem einen planerischen Fahrplan, keine unmittelbaren Zahlen zu Bauprojekten oder Wohnflächen. Erst das folgende Örtliche Entwicklungskonzept dürfte konkretisieren, welche Stadtteile künftig stärker bebaut oder verdichtet werden. Bis dahin bleibt offen, wie sich die Neuausrichtung auf Angebot und Preise am Klagenfurter Wohnungsmarkt auswirkt.
Klarer ist dagegen die Richtung bei Mobilität und Klimaschutz: Der dichtere Nahverkehrstakt und die geplante Verlegung der Busschleife an der Universität deuten auf eine stärkere Anbindung wachsender Stadtteile hin, was mittelfristig auch für Lagequalität und Wohnnachfrage relevant sein kann.








