Gemeinnützige Mieten günstiger: Warum Wohnen hier 228 Euro weniger kostet

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Gemeinnützige Mieten günstiger: Warum Wohnen hier 228 Euro weniger kostet

Wer in einer Wohnung einer gemeinnützigen Bauvereinigung lebt, zahlt im Schnitt ein Viertel weniger Miete als am freien Markt. Insgesamt summiert sich der jährliche Wohnkostenvorteil durch gemeinnützige Bauvereinigungen laut WIFO auf etwa 2,5 Milliarden Euro.
Die Studie misst nicht nur die direkte Mietersparnis, sondern auch den dämpfenden Effekt auf private Mieten in Regionen mit hohem Anteil gemeinnütziger Wohnungen. Damit zählt gemeinnütziges Wohnen in Österreich zu den wenigen Instrumenten, die laut WIFO messbar auf den gesamten Mietmarkt wirken.
Wie groß ist der Unterschied zum freien Markt?
Bewohner gemeinnütziger Wohnungen zahlen laut WIFO im Durchschnitt rund 25 % weniger Miete als für vergleichbare private Mietwohnungen.
Der Effekt wirkt auch auf den gesamten Markt: Steigt der Anteil gemeinnütziger Wohnungen in einer Region um zehn Prozentpunkte, sinken laut WIFO die privaten Mieten im Schnitt um etwa 0,30 Euro pro Quadratmeter.
Wo profitieren Mieter am meisten?
In angespannten Wohnungsmärkten fällt der Effekt laut WIFO besonders deutlich aus. Regional zeigen sich klare Unterschiede beim Mietvorteil pro Quadratmeter:
- Tirol verzeichnet mit rund 5,0 Euro pro Quadratmeter den höchsten regionalen Mietvorteil.
- In Wien liegt der Vorteil bei etwa 4,7 Euro pro Quadratmeter.
- Salzburg und Vorarlberg weisen jeweils rund 4,5 Euro pro Quadratmeter auf.
- Bei Neubauten seit 2011 beträgt der Vorteil ebenfalls rund 4,5 Euro pro Quadratmeter.
In dicht besiedelten Gemeinden fällt der Mietvorteil laut WIFO generell höher aus als in ländlichen Regionen.
Rechenbeispiel
Bei einer Wohnung mit 70 Quadratmetern in Wien ergibt ein Mietvorteil von 4,7 Euro pro Quadratmeter rechnerisch rund 329 Euro weniger Miete im Monat gegenüber einer vergleichbaren privaten Wohnung in derselben Lage. Über ein Jahr summiert sich das auf knapp 3.950 Euro. Die bundesweite Durchschnittszahl von 228 Euro monatlich liegt darunter, weil sie alle Bundesländer und Lagen einschließt.
Was bedeutet das für die öffentliche Hand?
Die Ersparnis wirkt laut WIFO auch auf den Staatshaushalt: Durch niedrigere Wohnkosten im gemeinnützigen Sektor sinkt der Bedarf an Wohnbeihilfe und Sozialhilfe um rund 280 Millionen Euro jährlich. Zum Vergleich: Die gesamten österreichischen Ausgaben für Wohnbeihilfen liegen derzeit bei etwa 300 Millionen Euro im Jahr.
Zusätzlich beziffert das WIFO die positive Wirkung des gemeinnützigen Wohnbaus auf das Bruttoinlandsprodukt mit bis zu 2 Milliarden Euro jährlich, unter anderem durch zusätzliche Kaufkraft der Haushalte.
Laut WIFO zählt Österreich derzeit 173 gemeinnützige Bauvereinigungen, deren Wohnungsbestand über eine Million Einheiten umfasst und damit mehr als zwei Millionen Menschen ein Zuhause bietet. Laut Verbandsobleuten kommt ein besonders großer Teil des Mietvorteils Haushalten mit niedrigeren Einkommen zugute.
Wie geht es weiter?
Die ökonomische Bedeutung der gemeinnützigen Bauvereinigungen hat laut WIFO seit der ersten Vergleichsstudie 2021 deutlich zugenommen.
Verbandsvertreter fordern vor diesem Hintergrund eine Offensive zur Umsetzung des im Regierungsprogramm vorgesehenen WGG-Pakets.
Tipps für Mieter, Käufer und Investoren
- Wer eine neue Wohnung sucht, sollte gezielt bei gemeinnützigen Bauvereinigungen in der eigenen Region nach freien Wohnungen fragen, da der Preisvorteil je nach Bundesland unterschiedlich hoch ausfällt.
- In angespannten Märkten wie Wien, Tirol oder Salzburg lohnt sich ein Vergleich der Kostenmiete gemeinnütziger Anbieter mit aktuellen privaten Angeboten vor Vertragsabschluss.
- Eigentümer und Investoren können die Marktdaten nutzen, um die Mietentwicklung in Regionen mit hohem gemeinnützigem Anteil realistischer einzuschätzen.
- Wer von Wohnbeihilfe abhängig ist, profitiert doppelt: durch die niedrigere Miete selbst und durch stabilere öffentliche Förderbudgets.








