Heizölpreise steigen auf 181,59 Euro je 100 Liter: Was das für Eigentümer und Mieter bei den Nebenkosten bedeutet

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Heizölpreise steigen auf 181,59 Euro je 100 Liter: Was das für Eigentümer und Mieter bei den Nebenkosten bedeutet

Der bundesweite Durchschnittspreis für Heizöl lag am 9. Oktober 2026 bei 181,59 Euro je 100 Liter und damit 4,8 Euro über dem vorherigen Messzeitpunkt, wie tanke-günstig.de mitteilt. Gegenüber dem Vorjahr sind Heizölpreise demnach um 86,5 % gestiegen. Für Eigentümer und Mieter mit Ölheizung bedeutet das spürbar höhere Nebenkosten in der kommenden Heizperiode.
Im Jahresdurchschnitt 2025 lag der Heizölpreis noch bei rund 98,66 Cent pro Liter, nach Angaben von tanke-günstig.de sogar 6,5 % niedriger als im Jahr davor. Der aktuelle Preissprung fällt damit umso stärker auf.
Wo Eigentümer am meisten zahlen
Zwischen den Bundesländern gibt es laut tanke-günstig.de deutliche Unterschiede: Hessen verzeichnete mit 187,88 Euro je 100 Liter den höchsten Durchschnittspreis, Brandenburg mit 177,78 Euro den niedrigsten. Tagesaktuelle Zahlen von fastenergy.de zeigen für den 14.
Oktober 2026 ähnliche Abstände: Bayern lag bei 169,61 Euro je 100 Liter, Hessen bei 177,95 Euro. Im Saarland stieg der Preis binnen eines Tages um 3,02 Euro je 100 Liter – der stärkste Tagesanstieg aller Bundesländer.
Laut fastenergy.de hängen solche regionalen Unterschiede auch von der Versorgungsstruktur ab: Der Norden bezieht Heizöl über Häfen wie Rotterdam, der Osten über Pipelines, der Süden über Raffinerien rund um Ingolstadt sowie den Rhein aus Südfrankreich mit Karlsruhe als Umschlagplatz. Mehr Anbieter und Wettbewerb in einer Region drücken demnach die Preise.
Warum Heizöl gerade jetzt teurer wird
Als Treiber gelten geopolitische Spannungen im Nahen Osten: Nach einer Serie von Angriffen fahren laut heizoel24.de immer weniger Tanker durch die Straße von Hormus, und die iranischen Revolutionsgarden meldeten einen dritten Angriff auf einen Supertanker binnen zwei Tagen.
Zusätzlich hat Russland Dieselexporte bis Ende Oktober verboten, auch wenn Moskau das Verbot demnach teilweise gelockert und zusätzliche Liefermengen in Aussicht gestellt hat. In den USA legte zudem ein Hurrikan Teile der Ölförderung im Golf von Mexiko still, was demnach Sorgen um Raffineriekapazitäten weckte.
Hinzu kommt die CO2-Bepreisung: Sie machte 2025 laut tanke-günstig.de bereits 17,7 % des Gesamtheizölpreises aus, gegenüber 9 % bei ihrer Einführung 2021. Insgesamt entfallen rund 40 % des Endkundenpreises auf Steuern und Abgaben, davon allein 17,4 Cent je Liter auf die CO2-Abgabe.
Was das für die Nebenkostenabrechnung bedeutet
Für Eigentümer, die ihre Ölheizung selbst befüllen, schlägt die Preisentwicklung direkt zu Buche. Mieter mit Ölheizung spüren den Effekt verzögert über die nächste Nebenkostenabrechnung, in der die höheren Brennstoffkosten anteilig umgelegt werden.
Auch bei anderen Energieträgern zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab: Der Gaspreis für Haushalte ist demnach gegenüber September 2025 um mehr als 160 % gestiegen, der Strompreis im gleichen Zeitraum um rund 75 %.
Rechenbeispiel: Was eine Tankfüllung heute kostet
Eine Standardabnahme von 3.000 Litern Heizöl, wie sie HeizOel24 für seine Preisnotierung zugrunde legt, kostete zum Jahresdurchschnitt 2025 von 98,66 Cent pro Liter rund 2.959,80 Euro.
Zum aktuellen bundesweiten Durchschnittspreis von 181,59 Euro je 100 Liter sind es dagegen 5.447,70 Euro – ein Unterschied von rund 2.487,90 Euro für dieselbe Menge. Die Basis unterscheidet sich dabei: Der Vergleichswert von 2025 ist ein Jahresdurchschnitt, der aktuelle Preis ein Tageswert vom 9. Oktober 2026.
Wie sich die Preise weiterentwickeln könnten
Energieversorger erwarten demnach für die Heizperiode 2026/27 merklich höhere Preise bei Gas, Fernwärme und Strom. Ein Verivox-Fachmann rechnet demnach zum Jahreswechsel mit Gaspreiserhöhungen zwischen 10 % und 20 %, der Energieanbieter 1Komma5° hält im ungünstigen Fall sogar mehr als 15 Cent je Kilowattstunde für möglich.
Bei der CO2-Abgabe ist für 2026 und 2027 politisch ein Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne vorgesehen, ab 2028 soll sich der Preis im europäischen Emissionshandel ETS 2 frei bilden.
Tipps für Käufer, Mieter und Investoren
- Eigentümer mit Ölheizung sollten Preisvergleiche mehrerer Anbieter nutzen, da sich Heizölpreise laut tanke-günstig.de mehrfach täglich ändern.
- Wer eine größere Tankfüllung plant, kann laut heizoel24.at historisch von günstigeren Winterpreisen profitieren, auch wenn das keine Garantie für die aktuelle Lage ist.
- Mieter sollten die nächste Nebenkostenabrechnung auf den Brennstoffanteil prüfen und Rücklagen für einen möglichen Nachzahlungsbetrag einplanen.
- Investoren mit Ölheizungen im Bestand sollten die CO2-Abgabe für 2026 und 2027 bei der Kalkulation künftiger Nebenkosten berücksichtigen.
- Ein Blick auf regionale Preisunterschiede zwischen Bundesländern kann bei der nächsten Bestellung bares Geld sparen.








