Leerstandsabgabe München: Bis zu 96 Millionen Euro – was Vermieter jetzt wissen müssen

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Leerstandsabgabe München: Bis zu 96 Millionen Euro – was Vermieter jetzt wissen müssen

Die Linke-Fraktion im Münchner Stadtrat fordert eine monatliche Leerstandsabgabe von 20 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen, die länger als drei Monate ungenutzt bleiben. Nach einer Beispielrechnung der Fraktion kämen bei 5.000 betroffenen Wohnungen mit durchschnittlich 80 Quadratmetern jährlich 96 Millionen Euro zusammen. Ermittelt werden sollen die leeren Wohnungen über anonymisierte Stromzählerdaten der Stadtwerke.
Wie groß der Wohnungsleerstand in München tatsächlich ist
Wie hoch der Wohnungsleerstand in München wirklich ausfällt, ist unklar. Je nach Zensus-Schätzung stehen in der Stadt zwischen 22.000 und 47.000 Wohnungen leer. Insgesamt umfasst der Wohnungsbestand gut 800.000 Einheiten. Das Münchner Sozialreferat hält diese Schätzungen jedoch für wenig aussagekräftig.
Belastbarer sind die Zahlen aus der städtischen Praxis: Im Jahr 2025 konnten 507 Wohnungen wieder dem Mietmarkt zugeführt werden, zugleich verhängte die Stadt Bußgelder für Wohnungsleerstand in Höhe von 700.000 Euro.
Andere Städte nutzen Stromdaten bereits seit Jahren
München wäre mit dem Vorgehen nicht allein. Wuppertal, Duisburg und Karlsruhe nutzen Stromverbrauchsdaten bereits seit Jahren zur Ermittlung von Leerständen, Dortmund übermittelt die Daten dafür auf Quartiersebene. Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags kommen in einem Gutachten zu dem Schluss, dass Stadtwerke anonymisierte Verbrauchsdaten datenschutzrechtlich bedenkenlos an kommunale Behörden weitergeben dürfen.
Bereits seit August 2026 können Münchner Behörden außerdem in Einzelfällen bei konkretem Verdacht auf Stromverbrauchsdaten zugreifen.
Für den gezielten Zugriff auf personenbezogene Verbrauchsdaten reicht das allerdings nicht aus: Ein weiteres Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags stellt fest, dass dafür eine bundesrechtliche Grundlage nötig wäre. Derzeit dürfen Verbrauchsdaten auf kommunaler Ebene nur ohne Personenbezug verwendet werden.
Die Linksfraktion im Bundestag will das Gesetz ändern
Auf Bundesebene fordert die Linksfraktion deshalb eine Änderung des Messstellenbetriebsgesetzes, um ungenutzten Wohnraum mithilfe von Stromverbrauchsdaten aufzudecken. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags schlägt dafür eine bundesrechtliche Öffnungsklausel im Messstellenbetriebsgesetz vor, damit Kommunen gezielt gegen Einzelfälle vorgehen können.
Mit einer solchen Öffnungsklausel könnten Kommunen ihrer Einschätzung nach leer stehende Objekte leichter ermitteln und Eigentümer zur Rechenschaft ziehen.
Was das für Eigentümer und Mieter in München bedeutet
Für Eigentümer in München bleibt die Lage vorerst unverändert: Das Sozialreferat München betont, dass für eine Leerstandsabgabe derzeit keine rechtliche Grundlage besteht. Wer eine Wohnung länger leer stehen lässt, riskiert bislang ein Bußgeld, keine monatliche Abgabe.
Das könnte sich ändern, sobald die Debatte um die Stromzählerdaten auf Bundesebene Fahrt aufnimmt. Für Mieter in München würde eine spürbar höhere Zahl freigegebener Wohnungen vor allem eines bedeuten: mehr Angebot auf einem ohnehin engen Markt.








