Frostschäden an Wohngebäuden: Warum die Kosten 2026 sechsmal höher ausfallen

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Frostschäden an Wohngebäuden: Warum die Kosten 2026 sechsmal höher ausfallen

Frostschäden an Wohngebäuden haben in den ersten drei Monaten 2026 bei der R+V Versicherung ein Schadensvolumen von 3,6 Millionen Euro verursacht. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 kamen bei demselben Versicherer nur 0,6 Millionen Euro an Frostschäden zusammen. Für Eigentümer bedeutet das ein deutlich höheres Risiko für geplatzte Rohre und Wasserschäden als in den Vorjahren.
Auslöser war ein strenger Wintereinbruch zu Jahresbeginn 2026 mit erheblichem Schneefall und anhaltendem Frost in weiten Teilen Deutschlands. Für die Nebenkosten vieler Hausbesitzer sind Frostschäden damit zu einem spürbaren Kostenfaktor geworden, der sich erst im Lauf des Jahres vollständig beziffern lässt.
Wie hoch sind die Schäden durch Frost wirklich?
Die Zahl von 3,6 Millionen Euro bezieht sich allein auf die ersten drei Monate des Jahres 2026 und ausschließlich auf die bei der R+V versicherten Wohngebäude. In Hamburg wurden in diesem Zeitraum Schneehöhen von 25 Zentimetern gemessen, ein für die Region ungewöhnlicher Wert, der die Belastung für Dächer und Leitungen zusätzlich erhöhte.
Zum Vergleich zieht die R+V den Winter 2020/2021 heran: Damals registrierte der Deutsche Wetterdienst eine lange nicht erlebte eisige Kälte mit nächtlichen Tiefstwerten von bis zu minus 26 Grad Celsius. In jenem Winter verzeichnete die R+V Frostschäden an Wohngebäuden in Höhe von 6,2 Millionen Euro für das gesamte Jahr 2021.
Warum steigen die Kosten gerade jetzt so stark?
Gefrorenes Wasser in Leitungen und Heizungsrohren kann diese zum Platzen bringen und dadurch massive Wasserschäden verursachen. Besonders tückisch dabei: Frostschäden werden häufig erst sichtbar, wenn das Eis wieder taut und sich das Wasser in den Wänden ausbreitet. Zwischen dem Rohrbruch und der Entdeckung des Schadens liegt deshalb oft einige Zeit, in der sich der Wasserschaden ungehindert ausweitet.
Rechenbeispiel: Was der Anstieg konkret bedeutet
Die 3,6 Millionen Euro aus dem ersten Quartal 2026 stehen den 0,6 Millionen Euro aus dem gesamten Jahr 2025 gegenüber. Rechnerisch ergibt das den Faktor sechs: 3,6 Millionen Euro geteilt durch 0,6 Millionen Euro ergibt genau 6. Anders ausgedrückt entsprach die Schadenssumme von drei Monaten im Jahr 2026 fast dem, was sonst üblicherweise über ein ganzes Jahrzehnt an Frostschäden anfällt, wenn man das Niveau von 2025 als Maßstab nimmt.
Für die Wohngebäudeversicherung, die bei Schäden am Gebäude selbst zuständig ist, bedeutet ein solcher Anstieg höhere Auszahlungen in kurzer Zeit. Für Eigentümer heißt das vor allem: Vorsorge gegen Frost lohnt sich finanziell, denn ein geplatztes Rohr verursacht schnell Kosten, die ein Vielfaches einer vorbeugenden Dämmung ausmachen.
Was Eigentümer jetzt gegen Frostschäden tun können
Nach Angaben von Conny Flörcks von der R+V Versicherung lassen sich die typischen Ursachen für Rohrbrüche mit einfachen Maßnahmen deutlich verringern. Wer sein Haus rechtzeitig vorbereitet, senkt das Risiko eines teuren Wasserschadens erheblich.
- Leitungen im Freien oder in unbeheizten Räumen sollten vor dem ersten Frost entleert werden.
- Lässt sich eine Leitung nicht abstellen, hilft eine zusätzliche Dämmung gegen das Einfrieren.
- Die Heizung sollte während der Kälteperiode nie ganz abgeschaltet werden, auch nicht im Winterurlaub.
- Läuft die Wasseruhr trotz geschlossener Hähne weiter, deutet das auf ein größeres Leck hin und sollte sofort geprüft werden.
Ist eine Leitung bereits eingefroren, sollte die Wasserzufuhr sofort am Haupthahn abgestellt werden. Anschließend sollte das Gebäude auf mindestens 5 Grad Celsius beheizt werden, damit das Eis langsam und kontrolliert auftaut, statt die Leitung schlagartig zu sprengen.








