Wohnungseinbrüche steigen auf 82.920 Fälle: Was das für den Einbruchschutz der Wohnung bedeutet

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Wohnungseinbrüche steigen auf 82.920 Fälle: Was das für den Einbruchschutz der Wohnung bedeutet

Bundesweit wurden 2025 insgesamt 82.920 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl einschließlich Versuchen registriert. Parallel warnt die Polizei vor einer neuen Ausspähmethode, bei der Täter kleine Kugeln aus Lippenpflegestiften in Türschlösser oder Türspalten drücken. Für den Einbruchschutz der Wohnung lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf Schloss und Türrahmen.
Die Masche klingt unscheinbar, zeigt aber, wie gezielt Täterbanden inzwischen vorgehen. Statt auffälliger Symbole an Hauswänden setzen sie auf kaum sichtbare Markierungen, mit denen sie prüfen, ob eine Wohnung bewohnt ist.
Wie funktioniert der Labello-Trick?
Einbrecher drücken ein kleines Stück Lippenpflegestift in das Türschloss oder in den Spalt zwischen Tür und Rahmen. Wird die Tür anschließend geöffnet, fällt die Markierung heraus oder verschiebt sich sichtbar. Für die Täter ist das ein Zeichen, dass jemand zu Hause war oder die Wohnung regelmäßig genutzt wird.
Ein Berliner Zivilfahnder mit dem Namen Pepe berichtet, dass neben solchen Kugeln auch Klebefäden zum Einsatz kommen, um festzustellen, ob eine Tür geöffnet wurde. Zugleich ordnet der Ermittler die Gefahr durch klassische Gaunerzinken an Hauswänden als überzogen ein: Ihm sei kein Einbruch bekannt, der tatsächlich auf eine solche Markierung zurückging. Moderne Banden setzten stattdessen eher auf unauffällige Beobachtung als auf sichtbare Zeichen.
Wie groß ist das Einbruchsrisiko wirklich?
Die Zahlen zeigen ein gemischtes Bild. Einerseits stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche 2025 gegenüber dem Vorjahr an, andererseits scheiterten rund 44,9 % aller Versuche. Die Aufklärungsquote blieb mit 14,1 % bundesweit niedrig, in Berlin lag sie sogar bei weniger als einem Zehntel.
- Mehr als ein Drittel aller Einbrüche sind Tageswohnungseinbrüche, oft während Arbeit, Einkauf oder Schulzeit.
- Großstädte sind besonders betroffen.
- Tätergruppen prüfen Wohnviertel systematisch auf Schwachstellen und längere Abwesenheiten.
- In Berlin wurden 2025 rund 10.371 Einbrüche registriert, spezialisierte Banden bestehen laut Behördenangaben häufig aus Mitgliedern im Alter zwischen 30 und 34 Jahren aus einem osteuropäischen Staat.
Was schützt die eigene Wohnung konkret?
Neben der Lippenpflege-Masche nennen Ermittler weitere Methoden: Täter manipulieren Mülltonnen, um sie als Kletterhilfe zu nutzen oder die Abwesenheit von Bewohnern zu erkennen, und geben sich teils als Handwerker oder Polizisten aus, um Zutritt zu erhalten. Wohnungen werden vor allem zwischen Mittag und frühem Abend angegangen, Villen eher zwischen Nachmittag und Abend. Als Tag mit den meisten Vorfällen gilt der Freitag.
Die Polizei empfiehlt deshalb mechanische Sicherungen an Türen und Fenstern sowie moderne Alarmanlagen als wirksamen Einbruchschutz für die Wohnung. Auffällige Spuren wie Rückstände, Fäden, Krümel oder fremdes Material am Türrahmen oder im Schloss sollten Bewohner nicht ignorieren, sondern der Polizei melden.
Tipps für Mieter und Eigentümer
- Türschloss und Rahmen regelmäßig auf Rückstände, Fäden oder fremdes Material prüfen.
- Mülltonnen nicht unter Fenstern oder nah an Fassaden abstellen, damit sie nicht als Kletterhilfe dienen.
- Ausweise von vermeintlichen Handwerkern oder Polizisten an der Tür stets telefonisch bei der zuständigen Stelle verifizieren.
- Besonders bei längerer Abwesenheit am Freitagnachmittag wachsam sein.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.








