Kellereinbrüche in Wohnhäusern: Warum Einbrecher jetzt lieber in den Keller als in die Wohnung steigen

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Kellereinbrüche in Wohnhäusern: Warum Einbrecher jetzt lieber in den Keller als in die Wohnung steigen

In österreichischen Mehrparteienhäusern verschiebt sich das Einbruchsgeschehen vom Wohnraum in den Keller. Laut einer Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) entfielen im Vorjahr 41 % aller Einbrüche und Einbruchsversuche auf Keller und Garagen, elf Prozent davon betrafen gezielt Kellerabteile in Mehrparteienhäusern. Etwa jeder elfte Haushalt war insgesamt betroffen.
Vor zehn Jahren war das Verhältnis noch umgekehrt: Damals gab es deutlich mehr Einbrüche in Wohnungen als in Keller. Für Eigentümer und Mieter heißt das, dass sich der Fokus beim Einbruchschutz verschiebt.
Warum verschiebt sich das Einbruchsgeschehen in den Keller?
Nach der Kriminalstatistik sind Einbrüche in Wohnräume zuletzt gesunken, während Kellereinbrüche inklusive Einbruchsversuchen gestiegen sind: Die angezeigten Fälle in Wohnräumen sanken im Vorjahr um rund 2 % auf 6.828, bei Kellern stieg die Anzeigenstatistik um 8 % auf 10.139 Fälle. Damit hat die Zahl der Kellereinbrüche die der Wohnungseinbrüche bereits übertroffen.
Das KFV führt diesen Trend laut Dr. Armin Kaltenegger darauf zurück, dass Einbrecher Konfrontationen mit Bewohnern meiden wollen. Kellerräume gelten zudem oft als schlechter gesichert als Wohnungen, das Entdeckungsrisiko ist dort deutlich geringer. Viele Taten blieben dadurch lange unbemerkt, was auch die Aufklärungsquote bei Kellereinbrüchen gegenüber anderen Delikten drückt.
Was bedeutet das für Eigentümer und Mieter in Mehrparteienhäusern?
Für Eigentümergemeinschaften und Hausverwaltungen bedeutet die Entwicklung, dass Kellerabteile nicht länger als Nebensache gelten können. Wer Fahrräder, E-Scooter oder Werkzeug im Keller lagert, trägt laut KFV ein höheres Risiko, da diese Gegenstände besonders oft gestohlen werden. Gleichzeitig bleibt die Aufklärungsquote bei Kellereinbrüchen gering, weshalb Prävention aus Sicht des KFV wichtiger wird als nachträgliche Aufklärung.
Auch Einbruchsversuche sollten demnach angezeigt werden, weil sie bei Ermittlungen helfen und Tatserien erkennbar machen – ein Hinweis, der besonders für große Wohnanlagen mit vielen Kellerabteilen relevant ist.
Wie lässt sich der Keller besser sichern?
Das KFV empfiehlt mehrere konkrete Maßnahmen, die Eigentümer und Mieter in Mehrparteienhäusern umsetzen können:
- Hochwertige Sicherheitsschlösser statt kleiner Vorhängeschlösser an Kellertüren
- Kellerabteile blickdicht gestalten, damit Inhalt von außen nicht erkennbar ist
- Bewegungsmelder, Alarm- und Videoanlagen in Kellerräumen installieren
- Ein Eigentumsverzeichnis mit Fotos und Seriennummern der gelagerten Gegenstände führen
Wertvolle Gegenstände sollten demnach grundsätzlich nicht im Keller gelagert werden. Wer dennoch auf den Lagerraum angewiesen ist, sollte Hausverwaltungen und Eigentümergemeinschaften auf gemeinsame Sicherheitslösungen wie Videoüberwachung im Kellerbereich ansprechen, da einzelne Maßnahmen an einzelnen Abteilen den Zugang für Einbrecher insgesamt kaum erschweren.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.








