Industrieproduktion steigt um 0,7 %: Warum der Bau trotzdem leer ausgeht

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Industrieproduktion steigt um 0,7 %: Warum der Bau trotzdem leer ausgeht

Die Industrieproduktion in Deutschland ist im September 2026 gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 0,7 % gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Getragen wurde das Plus von der Automobilindustrie und der Pharmaproduktion. Für den Wohnungsmarkt zählt vor allem eine andere Entwicklung: Die Bauproduktion fiel im selben Zeitraum deutlich.
Im Jahresvergleich lag die Produktion kalenderbereinigt um 0,4 % über dem Niveau von September 2025. Im Dreimonatsvergleich blieb das dritte Quartal 2026 allerdings um 0,4 % unter dem zweiten Quartal 2026 zurück, wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt. Auch die energieintensive Industrieproduktion lag im dritten Quartal um 3,5 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorquartals.
Automobilindustrie legt um 17,1 % zu
Die Automobilindustrie verzeichnete im September 2026 einen Produktionssprung von 17,1 % gegenüber August 2026, nachdem Produktionsumstellungen und Werksferien die beiden Vormonate gebremst hatten, so das Statistische Bundesamt. Die Pharmaindustrie legte um 8,0 % zu, nach schwächeren Monaten zuvor.
Die Industrieproduktion ohne Energie und Baugewerbe stieg gegenüber August 2026 um 1,7 % und lag im Jahresvergleich um 0,3 % höher. Investitionsgüter legten um 3,0 % zu, Konsumgüter um 0,8 % und Vorleistungsgüter nur um ein Tausendstel zu. Der Maschinenbau dagegen verzeichnete einen Rückgang von 6,5 %, nachdem er im August 2026 noch um 5,8 % gewachsen war.
Bauproduktion fällt um 2,6 %
Für Käufer, Eigentümer und Mieter ist das Minus von 2,6 % bei der Bauproduktion im September 2026 die entscheidende Zahl, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Sinkt die Bauaktivität über mehrere Monate, verzögert das den Neubau von Wohnungen und hält das Angebot in angespannten Städten knapp.
Der Rückgang im Maschinenbau verschärft das Bild zusätzlich: Weniger Produktion von Baumaschinen und Anlagentechnik kann Bauunternehmen bei der Ausstattung bremsen und Projekte weiter verzögern. Auch die Energieerzeugung sank im September 2026 um 1,2 %, was die Kostenseite für energieintensive Bauprozesse nicht entlastet.
Bereits der August 2026 zeigte, wie schwankend die Datenlage ist: Der ursprünglich gemeldete Produktionsanstieg wurde nachträglich auf 1,0 % korrigiert, nachdem zuvor ein höherer vorläufiger Wert gemeldet worden war, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Befragte Volkswirte hatten für August sogar einen monatlichen Rückgang von 0,2 % erwartet.








