Gaspreise steigen auf 12,50 Cent: Was das für die Nebenkosten bedeutet

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Gaspreise steigen auf 12,50 Cent: Was das für die Nebenkosten bedeutet

Die Gaspreise für private Haushalte sind seit Beginn des Konflikts zwischen den USA und dem Iran im Durchschnitt um mehr als die Hälfte gestiegen, wie Verivox mitteilt. Der Preis je Kilowattstunde kletterte von etwa 8 Cent auf rund 12,50 Cent. Für Mieter und Eigentümer bedeutet das spürbar höhere Nebenkosten bei der Gasheizung.
Hintergrund der Entwicklung ist der militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran, der im Februar 2026 begann. Die Großhandelspreise für Erdgas haben sich seit Konfliktbeginn fast verdoppelt.
Woran der Preissprung liegt
Die Straße von Hormus, an ihrer engsten Stelle nur etwa 55 Kilometer breit, ist einer der wichtigsten Energie-Transportwege der Welt. Laut Energy Information Administration passieren rund 19 % des weltweiten Flüssiggases und fast 25 % des weltweiten Öls diese Meerenge. Ab März 2026 kam der Seehandel dort weitgehend zum Erliegen.
Eine im April 2026 vereinbarte Waffenruhe mit Öffnung der Meerenge hielt nicht lange: Anfang Juli 2026 wurde sie gebrochen, die USA nahmen ihre Seeblockade gegen iranische Häfen wieder auf. Anfang November 2026 griff das US-Militär erneut Ziele im Iran an. Der TTF-Gaspreis lag zu diesem Zeitpunkt rund 190 % höher als im Februar 2026, der Brent-Ölpreis war von rund 70 auf über 100 US-Dollar je Barrel gestiegen.
Warum Deutschland trotzdem betroffen ist
Direkt bezieht Deutschland sein Gas kaum aus dem Nahen Osten: 2025 kamen knapp 44 % des importierten Erdgases aus Norwegen, 24,2 % aus den Niederlanden und gut ein Fünftel aus Belgien. Rund 10 % waren Flüssiggas-Importe, davon 96 % aus den USA. Da Gas aber über den europäischen Großhandel gehandelt wird, schlagen sich globale Preissprünge auch ohne direkte Lieferbeziehung in den deutschen Preisen nieder.
Der Füllstand deutscher Gasspeicher lag am 4. November 2026 bei etwa 61 %. Das dämpft kurzfristige Versorgungssorgen, verhindert aber nicht, dass Versorger gestiegene Einkaufskosten an Kunden weitergeben.
Was Mieter und Eigentümer jetzt tun können
Erhöht ein Versorger die Preise, steht Kunden ein Sonderkündigungsrecht zu, wie die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz erklärt. Die Frist dafür beträgt meist zwei bis vier Wochen. Der Versorger muss über dieses Recht informieren und die Preiserhöhung transparent begründen, sonst kann die Erhöhung unwirksam sein.
Wer kündigt, sollte das schriftlich tun und ausdrücklich auf die Preisänderung Bezug nehmen. Ein Vergleich verschiedener Anbieter vor der Kündigung lohnt sich, da die Preisspannen am Markt derzeit groß ausfallen.
Rechenbeispiel
Bei einem Verbrauch von 1.000 Kilowattstunden kostete Gas zum alten Preis von 8 Cent je Kilowattstunde rund 80 Euro. Zum neuen Preis von 12,50 Cent sind es 125 Euro, also 45 Euro mehr pro 1.000 Kilowattstunden. Das entspricht einem Anstieg von rund 56 % auf dieser Basis.








