Frauen im Finanzsektor: Warum eigene Fehler mehr Unsicherheit auslösen

Diese Wohnungsgrößen sind bei Mietern am beliebtesten
Die besten Jobs in Leibnitz – Partl Bau ist ganz vorne dabei
Diese Vorteile bieten Generalunternehmer wie Partl Bau
Frauen im Finanzsektor: Warum eigene Fehler mehr Unsicherheit auslösen

Eine Studie der London School of Economics unter Leitung von Grace Lordan zeigt, dass sich Frauen in stark männerdominierten Teams beim Eingestehen eigener Fehler unsicherer fühlen als männliche Kollegen. Grundlage sind Angaben von 1.485 Fachkräften aus dem britischen Finanzsektor.
Unsicherheit in Zahlen
In Teams mit mindestens 75 % Männeranteil lag das Sicherheitsgefühl der Frauen beim Eingestehen von Fehlern im Schnitt bei 5,46 Punkten auf einer Skala von eins bis sieben. Mehr als vier von fünf Befragten waren Frauen. Männer in denselben Teams kamen auf 5,94 Punkte. Die Studie basiert auf Selbstauskünften zu einem hypothetischen Szenario mit Fehlern mäßiger Bedeutung, etwa Nacharbeiten für Kollegen oder verpassten kleineren Fristen.
Wo der Unterschied verschwindet
War der Männeranteil im Team niedriger, stieg der Wert der Frauen auf 5,58 Punkte und rückte damit dicht an den der Männer heran. Der Unterschied verschwindet, laut Studie in der Fehlerreaktion zwischen den Geschlechtern sogar ganz, sobald Frauen in der Arbeitsumgebung in der Mehrheit sind.
Ging es hingegen um erwartbare formelle Konsequenzen wie einen Eintrag in der Personalakte, fand sich unabhängig von der Teamzusammensetzung kein Unterschied zwischen den Geschlechtern.
Fehler als Lernchance
Auch die Wahrnehmung von Fehlern als Lernchance fiel unterschiedlich aus: In Teams mit hohem Männeranteil bewerteten Frauen diesen Aspekt mit 4,20 Punkten, Männer mit 4,54 Punkten. In ausgewogeneren Teams schätzten Frauen Lernchancen ähnlich positiv ein wie Männer, teils sogar etwas positiver. Laut Lordan glauben Frauen in männerdominierten Umgebungen eher, dass ihre Fehler nicht als Lernchance genutzt werden.
Ursache laut Studienergebnissen
Die Studie verortet das Ungleichgewicht nicht in formellen Konsequenzen, sondern in den informellen und psychologischen Dimensionen der Unternehmenskultur. Der Finanzsektor gilt als überwiegend männerdominierte Branche mit hohem Druck und geringer Fehlertoleranz.
Extrem männerdominierte, unter Druck stehende Teams können laut der Studie ein Klima der Angst oder eine Null-Fehler-Kultur fördern. Frauen in stereotypisch männlichen Rollen würden zudem tendenziell härter für Fehler beurteilt als männliche Kollegen.
Das Studienteam begründet die Bedeutung einer offenen Fehlerkultur damit, dass aus Fehlern Innovationen entstehen und Unternehmen wertvolle Erkenntnisse verlieren, wenn sich Beschäftigte nicht trauen, Fehler zuzugeben. Eine Unternehmenskultur, in der Führungskräfte Fehler klar als Lernanlass behandeln, komme nach ihrer Einschätzung allen zugute und mache Unternehmen langfristig erfolgreicher.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.








