Expo Real 2026 in München: Was die Zurückhaltung für den Immobilienmarkt Österreich bedeutet

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Expo Real 2026 in München: Was die Zurückhaltung für den Immobilienmarkt Österreich bedeutet

Auf der Expo Real 2026 in München trafen sich vom 5. bis 7. Oktober rund 42.000 Teilnehmer aus 74 Ländern, um sich über die Lage am Immobilienmarkt auszutauschen. Österreichische Immobilienprofis fanden dort klare Worte: Die Rahmenbedingungen bleiben angespannt, auch wenn sich langfristig wieder Chancen zeigen. Für den Immobilienmarkt Österreich bedeutet das vor allem eines – Geduld statt schneller Entspannung.
1.777 Aussteller aus 37 Ländern: Die Messe wächst trotz Krise
Die Expo Real zählte in diesem Jahr 1.777 Aussteller aus 37 Ländern, im Vorjahr waren es noch 1.742 Aussteller aus 34 Ländern. Die Ausstellungsfläche betrug 76.000 Quadratmeter. Dass die Messe trotz schwieriger Marktlage wächst, zeigt: Die Branche sucht weiterhin den persönlichen Austausch, auch wenn die Stimmung gedämpft bleibt.
60 Basispunkte mehr: Warum die Zinsentwicklung die Stimmung drückt
Das langfristige Zinsniveau ist über den Sommer um rund 60 Basispunkte gestiegen. Laut Michael Ehlmaier wird die Stimmung auf der Messe maßgeblich durch die Zinspolitik der EZB bestimmt. Er geht davon aus, dass verbesserte Konjunkturprognosen für wichtige europäische Volkswirtschaften derzeit kaum in die Bewertungen einfließen. Marktteilnehmer rechnen deshalb damit, dass die schwierigen Rahmenbedingungen noch länger anhalten.
Nur 23 % optimistisch: Wie Österreichs Immobilienprofis die Lage einschätzen
Eine Befragung vor der Messe ergab, dass sich lediglich 23 % der Branchenvertreter optimistisch über die zukünftige Entwicklung äußerten. Belastend wirken hohe Finanzierungskosten, eine schwache Konjunktur sowie eine zurückhaltende Kreditvergabe der Banken und eine vorsichtige Haltung der Investoren.
Elisabeth Della Lucia nennt die Finanzierung als eine der größten Schwierigkeiten für Bauträger. Sie beschreibt die Gespräche auf der Messe zugleich als nüchterner und konkreter, mit Fokus auf tatsächliche Geschäftsmöglichkeiten unter den neuen Bedingungen.
Wer über Eigenkapital verfügt, findet laut Marktbeobachtung Chancen, die es in Zeiten günstiger Finanzierung nicht gab. Immobilien müssen sich inzwischen über nachhaltigen Cashflow, Qualität, Lage und Zukunftsfähigkeit im Portfolio rechtfertigen. Julia Fritz sieht zudem die Bestandsoptimierung bestehender Gebäude an Bedeutung gewinnen, besonders unter energetischen und rechtlichen Gesichtspunkten.
Was das für Käufer, Eigentümer und Mieter am Immobilienmarkt Österreich bedeutet
Der Wohnungsmarkt bleibt geprägt von hohem Bedarf, zu geringer Bautätigkeit, hohen Kosten, regulatorischen Anforderungen und langen Genehmigungsverfahren. Die Diskussion verschiebt sich dabei von klassischen Fördermodellen hin zur Frage, wie Bauen einfacher, schneller und wirtschaftlicher werden kann. Im Wohnungsbau stehen serielle und modulare Baukonzepte, die Umnutzung bestehender Gebäude sowie die Beschleunigung und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren im Fokus.
Käufer und Verkäufer treffen sich inzwischen wieder bei Transaktionen, wenn Preis, Finanzierung und Qualität zueinanderpassen. Bewertungen wurden vielerorts korrigiert, Geschäftsmodelle neu berechnet und Erwartungen an die neuen Marktbedingungen angepasst.
Infrastruktur und Expo Real 2027: Wohin sich der Markt entwickelt
Mit InfrastructureNow gab es 2026 erstmals einen Messeschwerpunkt zu investierbarer Infrastruktur. Michael Henn sieht Infrastruktur zunehmend als festen Bestandteil moderner Immobilieninvestitionsstrategien.
Datacenter, Logistik, Hospitality sowie Energie- und Infrastrukturprojekte gewinnen gegenüber traditionellen Segmenten an Bedeutung, während Netzkapazitäten, Stromversorgung und digitale Infrastruktur zu entscheidenden Standortfaktoren werden.
Alexander Heinzmann betont, dass bei Quartiersentwicklungen Wohnen, Mobilität, Energieversorgung und soziale Einrichtungen von Anfang an aufeinander abgestimmt werden müssen. Die Flughafen Wien AG präsentiert laut Wolfgang Scheibenpflug jährlich neue Projekte auf der Messe, und österreichische Unternehmen waren unter dem Messestand „Europa Mitte – Europe’s Heart“ vertreten.
Matthias Zühlke beobachtet, dass Unternehmen zunehmend aktiv nach konkreten technologischen Lösungen suchen, statt sich nur zu informieren. Die nächste Expo Real findet 2027 statt.








