APG wird kritische Infrastruktur: Was die Einstufung für Eigentümer und Mieter bedeutet

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APG wird kritische Infrastruktur: Was die Einstufung für Eigentümer und Mieter bedeutet

Per Bescheid vom 30. September 2026 hat die Behörde die Austrian Power Grid AG (APG) nach dem Resilienz kritischer Einrichtungen-Gesetz (RKEG) offiziell zur kritischen Infrastruktur-Einrichtung erklärt. Damit gelten für den Übertragungsnetzbetreiber verbindliche Vorgaben zu Risikoanalysen und Resilienzplänen. Die Stromnetzverfügbarkeit in Österreich liegt laut Unternehmensangaben bereits über 99,99 %.
Für Eigentümer, Käufer und Mieter wirkt die Meldung zunächst technisch. Ein stabiles Stromnetz ist jedoch die Grundlage für Wärmepumpen, E-Auto-Ladepunkte und Smart-Home-Technik in Wohngebäuden – Bereiche, die den Wert und die Nebenkosten einer Immobilie zunehmend mitbestimmen.
Warum betrifft die Einstufung überhaupt den Wohnungsmarkt?
Die APG betreibt laut eigenen Angaben ein Stromnetz von rund 7.000 Kilometern Länge mit 67 Schalt- beziehungsweise Umspannwerken. Je zuverlässiger dieses Netz arbeitet, desto geringer das Risiko von Versorgungsausfällen, die auch Gebäudetechnik und Heizsysteme treffen könnten.
Die neue gesetzliche Einstufung verpflichtet die APG, Vorsorge gegen Cyberangriffe, physische Angriffe, Naturkatastrophen, technische Ausfälle, Sabotage, Spionage sowie Lieferketten- und Personalausfälle zu treffen.
Welche Investitionen stecken hinter der Resilienz?
Dem Bericht von regionews.at zufolge investiert die APG 2026 insgesamt 680 Millionen Euro in ihr Netz. Das Unternehmen beschäftigt dafür etwa 1.000 Spezialistinnen und Spezialisten. Mehrere Kennzahlen zeigen den Investitionsverlauf der vergangenen Jahre:
- 2023 investierte das Unternehmen 490 Millionen Euro in Netzausbau und -sicherheit.
- 2024 stiegen die Investitionen auf 440 Millionen Euro.
- 2025 lag die Summe bei 595 Millionen Euro.
- Bis 2035 plant die APG Gesamtinvestitionen von rund neun Milliarden Euro für Netzaus- und -umbau.
Diese Summen fließen unter anderem in Cybersecurity- und Objektschutzmaßnahmen sowie in Wetter- und Netzsicherheitsprognosen, die das Unternehmen bereits einsetzt.
Wie bereitet sich die APG auf Krisen vor?
Das RKEG schreibt vor, dass kritische Einrichtungen Risikoanalysen und Resilienzpläne erstellen, die technische, organisatorische und sicherheitsbezogene Maßnahmen zur Vorbeugung und schnellen Wiederherstellung nach Vorfällen festlegen.
Die APG führt dazu gemeinsame Simulatortrainings und regelmäßige Krisenübungen durch. Das Bundesministerium für Inneres unterstützt die Umsetzung des Gesetzes mit Beratungen, Frühwarnungen und Informationen zu spezifischen Risiken.
Tipps für Eigentümer, Mieter und Investoren
- Wer eine Wärmepumpe oder einen E-Auto-Ladepunkt plant, kann sich an den langfristigen Netzausbauplänen der APG orientieren, die bis 2035 reichen.
- Bei der Hausverwaltung lohnt sich ein Blick darauf, ob Notstromlösungen oder Speicher sinnvoll ergänzt werden können, falls künftig höhere Sicherheitsanforderungen an Gebäudetechnik gestellt werden.
- Investoren in Gewerbeimmobilien mit hohem Stromverbrauch sollten die Entwicklung der Netzentgelte im Blick behalten, da die angekündigten Milliardeninvestitionen langfristig auf die Netzkosten wirken können.








