Low-Traffic-Grätzl in Meidling: Was die Verkehrsberuhigung für Mieter bedeutet

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Low-Traffic-Grätzl in Meidling: Was die Verkehrsberuhigung für Mieter bedeutet

Zwischen Längenfeldgasse, Steinbauergasse, Siebertgasse und Arndtstraße entsteht Wiens erstes „Low Traffic Grätzl“. Die Stadt Wien will das Wohnviertel in Meidling bis Ende 2026 vom Durchzugs- und Schleichverkehr befreien und gleichzeitig klimafreundlicher gestalten. Vorbild ist das Londoner Modell, bei dem einfache, schnelle und kostengünstige Eingriffe ganze Straßenzüge verändern.
Die Maßnahmen
Die Wolfganggasse wird ab Hausnummer 14 bis zur Tichtelgasse zur Fußgängerzone. Dort entstehen neue Sitz- und Liegemöbel sowie Flächen zum Verweilen und Spielen. An den Kreuzungen Tichtelgasse/Fockygasse und Tichtelgasse/Schallergasse werden ehemalige Beton-Mistkübel von der Donauinsel zu bepflanzten Trögen umfunktioniert.
Sogenannte Diagonalfilter blockieren den Durchzugsverkehr, lassen aber Anrainer, Lieferanten und Einsatzfahrzeuge weiterhin passieren. Einbahnregelungen werden angepasst, Radwege dagegen in beide Richtungen geöffnet. Gehsteigvorziehungen sollen an Kreuzungen die Sicht verbessern, mobile Pflanztröge und ein Trinkaufsatz am Hydranten kommen hinzu. Vor der Schule in der Malfattigasse entstehen zudem neue Radbügel.
Das Vorbild London
Das Konzept lehnt sich bewusst an britische „Low Traffic Neighbourhoods“ an, bei denen gezielte Sperren und Filter statt großer Umbauten den Verkehr lenken. Laut Stadt Wien liegt der Reiz des Modells genau darin: Es braucht keine teuren Straßenbauprojekte, sondern wirkt über kleine, schnell umsetzbare Elemente. Meidling dient dabei als Pilotbezirk für das gesamte Stadtgebiet.
Folgen für Mieter
Für Mieter und Wohnungssuchende im Grätzl verändert sich vor allem die Alltagsqualität rund um die Wolfganggasse: mehr Aufenthaltsflächen und ruhigere Straßen direkt vor der Haustür. Solche Aufwertungen machen ein Viertel für Wohnungssuchende attraktiver, ohne dass neue Wohnungen gebaut werden.
Gleichzeitig bleibt die Erreichbarkeit für Anrainer per Auto erhalten, da die Diagonalfilter die Zufahrt nicht komplett sperren. Die Stadt Wien fördert die Umsetzung mit 50.000 Euro je Bezirk – ein vergleichsweise kleiner Betrag für die angestrebte Wirkung auf das Wohnumfeld.
Weitere Bezirke
Nach Meidling sollen als Nächstes Standorte in Mariahilf, Rudolfsheim-Fünfhaus und am Alsergrund folgen. Darüber hinaus prüfen sieben weitere Wiener Gemeindebezirke laut Stadt Wien eine Teilnahme am Projekt bis 2030.








