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Lohnen sich Photovoltaikanlagen für Bauprojekte als Investor?

18.Sep 2022
5 Minuten zu lesen
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Lohnen sich Photovoltaikanlagen für Bauprojekte als Investor?

18.Sep 2022
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Selbst einen Beitrag für den Klimaschutz leisten, eine nachhaltige Energiegewinnung fördern und dabei noch Renditen erzielen? Das klingt doch fast zu schön, um wahr zu sein. Aber Photovoltaikanlagen versprechen genau das.


Gerade deswegen macht es als Investor Sinn, diesen Gedanken für eigene Bauprojekte einmal weiterzuführen. Photovoltaikanlagen können natürlich eine Rendite erzielen. Sonst wären sie nicht so nachgefragt. Dennoch kann eine solche Investition, natürlich wie jede andere Kapitalanlage, auch Risiken mit sich bringen.

Sonnenschein immer mit einplanen

Photovoltaikanlagen sind nichts anderes als Stromgeneratoren, die einen Teil der Sonnenstrahlung in elektrische Energie umwandeln. Das bedeutet, es braucht die Sonne, damit sie Strom erzeugen können. Im Umkehrschluss heißt das, dass man bereits vor der Investition bedenken muss, dass die Sonne die Solarpanels erreichen muss.


Bei Neubauprojekten sollte das in der Planungsphase bedacht werden. Im Schatten wird kein Strom erzeugt. Gleiches gilt auch für die gängigen Wetterbedingungen vor Ort. Ist es dort etwas stärker bewölkt als anderswo, wird hier weniger Strom erzeugt. Reicht der Standort dann noch, um einen Gewinn daraus zu ziehen?


Mit Solarstrom Einnahmen erzielen


Wie lässt sich mit einer Photovoltaik jetzt eigentlich Geld verdienen? Auf den ersten Blick natürlich nur, indem Strom erzeugt und diesen auch verkauft. Da die meiste Sonne aufDächer oder Freiflächen scheint, macht es hier am ehesten Sinn, über ein Bauprojekt nachzudenken. Das Eigenheim oder einen Neubau ausrüsten, vielleicht sogar ein Solarkraftwerk bauen. Je nach Größe der Anlage können die Investitionskosten weit auseinander gehen.

Hat man sich schließlich als Investor für eines dieser Projekte entschieden, so kann man die erzeugte Energie in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Seit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist eine feste Vergütung dafür über 20 Jahre Laufzeit gesetzlich garantiert.

Wie hoch die angebotene Vergütung ist, lässt sich auf der Website der Bundesnetzagentur einsehen. Die garantierte Einspeisevergütung ist seit dem Jahr 2012 gesunken. Das muss allerdings nicht unbedingt einen großen Einfluss auf die Rendite einer neu gebauten Photovoltaikanlage haben. Die Preise für Photovoltaikanlagen sind im selben Zeitraum gesunken, während die Leistung gestiegen ist.

Rendite durch Eigenverbrauch

Es gibt neben dem Verkauf des Stroms noch eine zweite Möglichkeit, eine Rendite zu erzielen. Warum die erzeugte Energie nicht selbst nutzen? Der Strom aus dem öffentlichen Netz ist weitaus teurer, als wenn man die Investitions- und Betriebskosten der Anlage über einen längeren Zeitraum damit vergleicht. Bereits nach 10-15 Jahren kann sich eine Photovoltaikanlage so rechnen. Ihre Lebensdauer beträgt im Schnitt 30-40 Jahre.

Erzeugt die Photovoltaikanlage zu wenig Energie, so muss man dennoch gelegentlich auf das öffentliche Netz zurückgreifen. Aber auch hier gibt es Abhilfe, denn es gibt Energiespeicher. So kann man sich vielleicht ganz unabhängig vom öffentlichen Stromnetz machen. Das ist gerade bei steigenden Energiepreisen ein gewaltiger Vorteil. Die Rendite wird dann mit Blick auf die Opportunitätskosten deutlich erhöht.

Wie die Photovoltaikanlage finanzieren?

Was man jedoch nicht aus dem Blickfeld verlieren sollte, ist die Finanzierung eines solchen Projekts. Wer für diese Investition einen Kredit aufnimmt, muss den Zins vor dem Baubeginn bei der potentiellen Rendite einplanen.

Zum Vergleich: Stiftung Warentest hat im Jahr 2021 ermittelt, dass Renditen von 2,8% bis 4,7% im Jahr möglich seien. Liegt der Kreditzins darüber, kann man nur noch über den Eigenverbrauch einen Vorteil aus der Photovoltaikanlage ziehen. Zumindest, bis der Kredit zurückgezahlt ist. In diesem Fall dauert es länger, bis sich die Anlage wirklich rechnet.

Im Januar 2022 ging man davon aus, dass ein Einfamilienhaus mit etwa 6.400€ bis 13.300€ netto an einmaligen Anschaffungskosten rechnen muss. Dazu kommen noch einmal 500€ bis 1.000€ für den Netzanschlusszähler. Den kann man aber etwa auch für 30€ im Monat mieten. Weitere Betriebskosten, z.B. für Wartung, können stets anfallen.

Mieterstromzuschlag: Attraktiv für Vermieter und Mieter

Eine weitere Möglichkeit, eine Rendite bei einem Bauprojekt zu erzielen, ist, indem man in das Gebäude selbst investiert. Das kann etwa ein Neubau inklusive Photovoltaikanlage sein, dessen (Wohn-)Fläche man vermieten möchte.

Der Investor verkauft seinen Strom über den lokalen Stromanbieter wieder direkt an seine Mieter. Laut dem EEG erhalten beide Seiten dann einen Mieterstromzuschlag. Es entsteht eine Situation, von der alle profitieren: Der Vermieter erhält mehr Geld für seinen Strom, seine Mieter zahlen weniger als für Strom aus dem öffentlichen Netz.

Gefahren für die Kapitalanlage

Eine Rendite ist dennoch niemals garantiert, denn auch eine Photovoltaikanlage bringt viele Risiken mit sich. Im schlimmsten Fall könnten spontane (Wartungs-)Kosten oder gar ein Totalausfall entstehen. Prognostizierte Renditen sind dadurch gefährdet oder könnenVerluste nach sich ziehen. Aber es gibt noch weitere Risiken:

● Fehler bei der Planung oder eine unfachmännische Installation
● Günstige Technik mit schlechter Qualität
● Beeinflussung der Stromerzeugung durch die Wetterverhältnisse
● Änderungen im EEG mit weniger Vergütung (Grund z.B.: Lokale Stromanbieter
können die garantierten Preise nicht mehr tragen.)
● Evtl. werden spezielle Schadenfälle nicht durch eine Versicherung abgedeckt
● Gebäudeflächen mit Photovoltaikanlagen liegen plötzlich im Schatten (z.B. wenn in
direkter Nähe ein hoher Neubau entsteht)

Steigende Nachfrage bei Photovoltaik

Das sind die Risiken, die Investoren bei ihren Bauprojekten einplanen sollten, damit sich diese Kapitalanlage lohnt. Dass es sich aber lohnen kann, zeigt die weltweit jährlich steigende Nachfrage und damit die Verbreitung der Photovoltaikanlagen. Bereits in Deutschland werden so etwa 9,1% der Bruttostromverbrauchs (Stand: 2021) gedeckt.

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