Deutsche Innenstädte: 83,3 Prozent wollen künftig genauso oft shoppen – was das für Händler und Eigentümer bedeutet

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Deutsche Innenstädte: 83,3 Prozent wollen künftig genauso oft shoppen – was das für Händler und Eigentümer bedeutet

Deutsche Innenstädte gewinnen wieder an Attraktivität: 83,3 % der Befragten einer aktuellen Deutschlandstudie wollen ihr Stadtzentrum künftig mindestens genauso häufig besuchen wie heute. Damit erreicht der Wert den höchsten Stand seit sechs Jahren – ein deutliches Signal für Händler, Eigentümer und die gesamte deutsche Wirtschaft.
Für die Studie wurden mehr als 5.000 Bundesbürger befragt. Die Zahlen zeigen, wohin sich die Besuchsgründe in den Innenstädten entwickeln und welche Rolle der stationäre Handel dabei weiterhin spielt.
Warum kommen die Menschen wieder in die Innenstadt?
Einkaufen bleibt mit Abstand der wichtigste Besuchsgrund. Knapp zwei Drittel der Befragten geben an, deswegen in die Innenstadt zu kommen. Damit bestätigt sich: Der stationäre Einzelhandel ist weiterhin der zentrale Anker für belebte Stadtzentren.
- Knapp zwei Drittel kommen zum Einkaufen
- 46 % besuchen die Innenstadt zum Bummeln
- 45 % gehen zum Essen und Trinken
- Rund fünf von sechs Befragten wollen die Innenstadt künftig mindestens genauso oft besuchen
Für Roland Wölfel von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH zeigen diese Ergebnisse, dass belebte Innenstädte auf ein Zusammenspiel aus Einzelhandel, Gastronomie, Kultur und öffentlichen Angeboten angewiesen sind. Alexander von Preen hebt hervor, wie eng ein funktionierender Einzelhandel mit der Lebensqualität in den Innenstädten zusammenhängt.
Was bremst die Erholung noch?
Trotz der positiven Zahlen bleibt Leerstand ein Problem vieler Innenstädte. Der Handelsverband Deutschland fordert ein entschlossenes Vorgehen dagegen, da weniger Leerstände nach Einschätzung von Alexander von Preen auch das Sicherheitsgefühl der Menschen verbessern.
Auch die IHK Köln beobachtet diesen Wandel: Die Vollversammlung der Kammer hat die Zukunft der Innenstädte zu einem zentralen Schwerpunktthema erklärt. Die Corona-Pandemie habe den ohnehin laufenden Transformationsprozess durch Digitalisierung demnach massiv beschleunigt. Einzelhandel und Gastronomie stünden vor Herausforderungen, die einzelne Unternehmen allein nicht mehr bewältigen könnten.
Was können Kommunen aus Modellstädten lernen?
Die IHK Köln hat gemeinsam mit der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH ein Gutachten zur Innenstadtentwicklung erstellen lassen. Dafür wurden drei Modellstädte im IHK-Bezirk untersucht: Brühl im Rhein-Erft-Kreis, Wermelskirchen im Rheinisch-Bergischen-Kreis und Wipperfürth im Oberbergischen Kreis. Sie sollten die Vielfalt der Region repräsentativ abbilden.
Das Gutachten zeigt demnach sowohl gute Ansätze als auch entwicklungsfähige Problemfelder. Die Erkenntnisse sind in einer Tool-Box zusammengefasst, die andere Kommunen im IHK-Bezirk für die eigene Innenstadtentwicklung nutzen können. Die IHK Köln plant, dieses Instrument in den nächsten Wochen und Monaten ihren Wirtschaftsgremien sowie den Beratenden Versammlungen vorzustellen und interessierten Kommunen dabei Unterstützung zukommen zu lassen.
Was bedeutet das für Eigentümer, Händler und Investoren?
Für Immobilieneigentümer und Investoren liefern die Zahlen ein klares Signal: Innenstadtlagen mit funktionierendem Einzelhandel gewinnen an Wert, wenn Leerstände sinken und die Aufenthaltsqualität steigt. Roland Wölfel verweist darauf, dass attraktive Angebote und eine hohe Aufenthaltsqualität entscheidend für lebendige Innenstädte sind.
Die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland betont zudem, wie wichtig eine koordinierte Kooperation aller Akteure vor Ort ist. Nach Ansicht von Karmen Strahonja braucht es einen übergreifenden Plan, der Einzelhandel, Gastronomie und Erlebnisangebote sinnvoll miteinander verbindet. Stadt, Gewerbe und Immobilieneigentümer müssten Leerstände gemeinsam abbauen, so Roland Wölfel.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.








